Rhäzünser - Isches würkli g’sünser? 

Rhäzünser
von Philipp Steiner
18 Jahre benötigt das Mineralwasser um schliesslich aus einer Quelle nahe einer der wertvollsten Auenlandschaften der Schweiz das Licht der Welt zu erblicken. Es ist reich an Calcium, Natrium und Sulfat und kommt auch mit Bergamotte und Zitronengeschmack. Natürlich ist damit das Rhäzünser gemeint. Dabei gesellt sich die bekannte Schweizer Marke mittlerweile unter ein dänisches Dach.


Ein Quell unweit des Rhäzünsersteins



Im Bündnerland, unweit von einer der wertvollsten Resten naturnaher Flussabschnitte der Schweiz entspringt ein ganz besonderes Wasser. Aus einer Quelle südlich am linken Ufer der Rhäzünser Rheinauen, gefasst aus etwa fünfzig Metern Tiefe erblickt ein Wasser mit demselben Namen wie die nahe Ortschaft nach 18 Jahren das Licht der (Ober-)Welt. Mit 17.8 Grad Celsius ist es damit deutlich wärmer als normales Quellwasser, welches normalerweise Temperaturen zwischen 7 bis 8 Grad Celsius besitzt. 

Vor über Hundert Jahren wurden seine Eigenschaften vom Kantonschemiker Nussberger in einem umfassenden Gutachten als denjenigen einer Subtherme und eines alkalischen Mineralwassers mit freier Kohlensäure. Zeitzeugenberichten zufolge sollen sich im 19. Jahrhundert “an Sonn- und Feiertagen massenhaft Leute aus der Umgebung zur Quelle begeben haben um das gute Wasser heimzutragen.

Rhäzünser auf der Karte




Erste Erwähnungen der Rhäzünser Mineralquellwasser stammen bereits aus dem Jahr 1797, als deren Heilwirkung von Ärzten besonders bei Nieren- und Blasenleiden, Gicht und Rheumatismus sowie Appetitlosigkeit  empfohlen wurden. Rund fünfzig Jahre später dann fasste Dr. med. Petrus Josephus Alois Vieli-Blumenthal die Mineralquelle und setzte es bei gefährlichen und unheilbaren Krankheiten mit einem gewissen Erfolg ein. “Die Quelle eignet sich namentlich für Frauen- und Kinderkrankheiten, aber auch recht gut für Verschleimungen der Brust und des Unterleibs”, wie er damals selbst schriftlich behauptete.

1868 wurde die Quelle dann von einem gewaltigen Hochwasser verschüttet und blieb für ein Vierteljahrhundert verborgen und gelang beinahe in Vergessenheit. Gestützt auf alten Schriftstücken und aus der Erinnerung der Einwohnenden konnte sie glücklicherweise wieder gefunden werden. 


Gemeinde Rhäzüns heute

Bildquelle: Rhäzünser


Mineralquellen erlebten in dieser Zeit in der Schweiz einen Boom. Die Gesellschaft Bad und Kurhaus der Rhätischen Mineralquellen AG Rhäzüns wollte aus der Ortschaft auch einen renommierten Kurort machen. Ein Kurhotel mit zweihundert Betten mitsamt einem schönen Park, Vergnügungsplatz sowie Raum für Sonnen- und Luftbäder sollte florieren und der Gemeinde Rhäzüns zur Ehre reichen. Allerdings gab es Widerstand aus der Bevölkerung. Die Gesellschaft konnte sich nicht mit der Gemeinde einigen. Auch konnte das gewaltige Budget für die Anlage nicht aufgebraucht werden. 

Während Mineralquellen wie jene von Evian sich zu einem international beliebten Kurort entwickelten, blieb es in Rhäzüns beim Tafelwasser. Dieses wird heute noch in seiner ursprünglichen Reinheit abgefüllt und schweizweit vertrieben. 



Rhäzünser

Während das Rhäzünser-Mineralwasser nach wie vor am Unterlauf des Hinterrheins gefasst wird, ist deren Besitzerin weitaus nördlicher. 1996 erwarb die Passugger Heilquelle AG vom Nachbartal die Mineralquelle Rhäzüns. Danach erlangte Feldschlösschen die Mehrheitsbeteiligung der Quelle, welche wiederum selbst nur zwei Jahre später an die dänische Carlsberg-Brauereigruppe überging. 

Aus derselben Quelle wie das Rhäzünser stammt übrigens auch das Arkina Mineralwasser, Swiss Alpina von Coop sowie die Schweppes Softgetränke.



Homepage von Rhäzünser





Sprudelnde Geschmacksvielfalt

Bereits 1927 wurde das bündner Mineralwasser geschmacklich erweitert und das sogenannte Rhätisana Citro war geboren. Die Freude an der Zitrone ist bis heute noch geblieben, etwa durch das Rhäzünser Plus mit Zitronengeschmack. Oder dem Rhäzünser mit Bergamotte-Geschmack, einer Zitrusfrucht aus Süditalien. 

Die neusten Ergänzungen kommen in Form der Craft Limonaden daher. Entweder mit Limette-Ingwer Holunderblüten oder roten Beeren und Rosmarin. Laut Hersteller enthalten beide Limonaden bis zu 30 Prozent weniger Zucker als Vergleichsprodukte. Den Test dazu schieben wir gerne auf den nächsten Sommer hinaus.


Rhäzünser Mineralwasser         

enthalten in 100g

Calcium
230mg

Chlorid
21.3mg

Hydrogencarbonat
1196mg

Kalium
7.1mg

Kieselsäure
81.4mg

Magnesium
48.6mg

Natrium
153mg

Sulfat
141mg

Rhäzünser Craft Lemonade         

enthalten in 100g


Fett
0g

davon gesättigte Fettsäuren
0g

Kohlenhydrate
6.7g

davon Zucker
6.4g

Eiweiss
0g

Salz
0g



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